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Besuch des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof
der 4. Klassen der Bezirksschule


Eine Schülerin der B 4 b berichtet über die Exkursion ins ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof.

Die lange Busfahrt, über drei Stunden, verging wie im Fluge, denn wir hatten es sehr lustig. Es wurde gelacht, geplaudert und gescherzt.

Dort angekommen, war plötzlich niemanden mehr zum Lachen zumute. Wir besuchten das Konzentrationslager der Nazis auf französischem Boden. Es liegt im damals besetzten Elsass. Dieses ist eines der vielen Lager, welche Hitler errichten liess. Die Gefangenen mussten dort unter unvorstellbaren Bedingungen (wenig Nahrung, lange Arbeitszeiten, harte körperliche Arbeit, Schläge und Misshandlungen) arbeiten. Alleine in Struthof kamen über 22'000 Menschen ums Leben. Viele wurden aber nach dem „D-Day“ auch in andere Lager deportiert und anschliessend getötet.

Bei unserer Besichtigung wurden wir in zwei Gruppen geteilt. Besichtigt wurden die Anlage, die offenen Gebäude, die Baracken, das Museum und die Gaskammer.

Die Zwangsgefangenen mussten vor allem in den Steinbrüchen und für die NZ-Kriegsindustrie hart arbeiten. Sie hausten in unwürdigen Baracken ohne ärztliche Versorgung, wurden misshandelt und schlecht ernährt. Die Todesrate betrug dort 40.

Das Museum hat bei mir einen grossen Eindruck hinterlassen. In diesem Museum werden einige  Menschen vorgestellt, welche dem Nazi-Regime Widerstand geleistet haben. Fast alle bezahlten dafür mit ihrem Leben.

Die Gaskammer ist einiges von den Hauptgebäuden entfernt. Dort wurden die Menschen nicht wie in vielen anderen KZs systematisch vergast, sondern für Versuchszwecke/Forschung gebraucht. Dort führten Ärzte an Gefangenen medizinische Experimente durch, sie wollten eine Skelettsammlung erstellen und verschiedene Gase erproben. Für diese Zwecke wurden die Deportierten extra von Auschwitz geholt. Sie wollten damit die NS-Rassentheorie und die „Minderwertigkeit von Juden und Jüdinnen“ nachweisen.

Das KZ Natzweiler-Struthof wurde von den Alliierten, als sie in der Normandie eintrafen, als Erstes entdeckt. Kurz zuvor wurden aber alle Insassen nach Dachau deportiert.

Auf der Rückreise brauchte es etwas Zeit und Abstand, bis wir im Bus wieder Spass haben konnten. Diese Besichtigung hat uns alle etwas aus der Bahn geworfen und nachdenklich gestimmt.

 

Ann Marie Haidacher/B4b



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